X
  GO
LeseZeit - unsere neue Veranstaltungsreihe für Erwachsene

Susanne Hilgers und Birgitt Peters-Lapsien stellen ausgewählte Bücher vor.

"Bei Wein, Tee und Gebäck möchten sie mit Ihnen gerne darüber ins Gespräch kommen".

Der LeseHerbst naht mit folgenden Büchern:

"Kleine Feuer überall" von Celeste Ng

Die gut situierte sechsköpfige Familie Richardson passt perfekt in den modernen Ort Shaker Hights. Sie leben dort in einem schönen Haus und ihnen gehören weitere Wohnungen, die sie vermieten. Das Leben dort ist gut, die Menschen sind freundlich und viele Regeln sagen, was man tun und nicht tun darf. Mrs. Richardson gefällt sich in der Rolle der mildtätigen Hausbesitzerin. Sie betrachtet die Vermietung einer Wohnung in Shaker Hights als eine Form der Nächstenliebe. So kommt die alleinerziehende Mia Warren und ihre 15jährige Tochter Pearl nach Shaker Hights und lassen sich nieder. Die Idylle trügt, kleine Feuer sind überall. Und so wird es am Ende sein, dass man manchmal "alles abbrennen und von vorne anfangen muss. Nach dem Brand ist die Erde fruchbarer und Neues kann wachsen...".

Vorgestellt von Susanne Hilgers

 

"Elefant" von Martin Suter

In „Elefant“ nimmt Martin Suter seine Leser mit in das Milieu des obdachlosen Alkoholikers Schoch, in die Welt des Zirkus Pellegrini und in das Labor des Wissenschaftlers Roux. Es entsteht eine spannende Geschichte, die zum Nachdenken über die Möglichkeiten von Gentechnik anregt.

Vorgestellt von Birgitt Peters-Lapsien

 

Beim LeseSommer im Juni 2019 suchen diese beiden Bücher Ihre Aufmerksamkeit:

 

"Rheinblick" von Brigitte Glaser


November, 1972 in der provisorischen Bundeshauptstadt Bonn: Brandt hat gerade die Wahl gewonnen und die Stimme verloren. Durch die Augen dreier Frauen gewinnt der Leser (Rh)einblicke in das politische Geschehen während der Koalitionsverhandlungen. 
Die persönlichen Schicksale der drei Frauen machen dem Leser bewusst, welches Gedankengut und welche tiefgreifenden sozialen und gesellschaftlichen Veränderungen in dieser Zeit die Menschen bewegten. Ein spannender Rückblick auf unsere jüngere Geschichte und auf Bonn.


Vorgestellt von Birgitt Peters-Lapsien

 

 

 

 

 

 

 

"Was ich euch nicht erzählte" von Celeste NG


Der Roman erzählt die Geschichte der  chinesisch-amerikanische Familie Lee und spielt in einer amerikanischen Kleinstadt in den 70er Jahren. James Lee und seine Frau Marylin haben drei Kinder: Nathan, Lydia und Hannah. James Lee leidet aufgrund seiner chinesischen Abstammung ein Leben lang unter seinem "Anderssein" Unakzeptiert erlebt er seiner Kindheit als  Außenseiter. Gerne wäre er ein unauffälliger Teil der Menge mit  Freunden, so wie alle. Für seine Kinder wünscht er sich nichts sehnlicher als das: beliebt zu sein. Von seinem Sohn erwartet er, dass er lernt, sich mit anderen anzufreunden.
Marylin will aus der Menge besonders herausragen und hatte ehrgeizige Ziele. Diese Lebensziele überträgt sie auf ihre älteste Tochter Lydia und macht sie damit zum unfreiwilligen Mittelpunkt der Familie.
Ballast, den die Eltern an ihre Kinder weitergeben, Worte, die gehört werden möchten, aber nicht gesprochen werden, lassen am 3. Mai 1977 die Katastrophe passieren.


Vorgestellt von Susanne Hilgers

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beim Lesefrühling im April 2019 wurden folgende Bücher vorgestellt:

"Grenzgänger" von Mechthild Borrmann

1970: der Gerichtsprozess gegen Henni Bernhard, geb. Schöning beim Amtsgericht in Aachen wird eröffnet. - 1945: Henni Schöning ist 12 Jahre alt, die älteste von vier Geschwistern, ein fröhliches Kind, Klassenbeste. Sie ist 15 Jahre alt, als sie ohne elterliche Unterstützung für ihre  Geschwister sorgt. Sie beginnt, Kaffee und Butter über das Vennplateau aus Belgien zu schmuggeln. Es kommt zur Katastrophe: ihre Schwester Johanna wird während einer nächtlichen Schmuggeltour erschossen, ihre Brüder Matthias und Fried kommen in ein Kinderheim, sie selbst wird als schwer erziehbar in einem Erziehungsheim untergebracht. 1951 stirbt Matthias im Kinderheim an einer unerklärlichen Lungenentzündung... Henni beginnt als Erwachsene nachzuforschen, was damals passierte. 
Vorgestellt von Susanne Hilgers

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

"Vox" Christina Dalcher

In einem Amerika der nicht zu fernen Zukunft hat die Bewegung der Reinen die Macht übernommen. Vieles im Leben der Amerikaner verändert sich. Besonders trifft es den weiblichen Teil der Bevölkerung, der fortan nur noch 100 Wörter pro Tag sprechen darf. Der Roman schildert, welche Auswirkungen diese Regelung auf die Frauen, deren Familien und die Gesellschaft als Ganzes hat. Die Heldin versucht alles, um das Ruder herumzureißen.

Vorgestellt von Birgitt Peters-Lapsien

 

 

 

Beim LeseWinter im Januar 2019 wurden folgende Bücher vorgestellt:

"Manhatten Beach" von Jennifer Egan

Manhattan Beach von Jennifer Egan beschreibt die Geschichte der Familie Kerrigan und deren zwei unterschiedliche Töchter. Die eine ist von Geburt an durch eine starke Behinderung ans Haus gefesselt, die andere fühlt sich angezogen vom Meer und von den Werften New Yorks. Letztere schafft es in der Zeit des zweiten Weltkrieges einen für Frauen bis dahin verwehrten Job als Taucherin zu bekommen.​


Vorgestellt von Birgitt Peters-Lapsien

"Alle außer mir" von Francesca Melandri

935: Der junge Italiener Attilio Profeti, genetisch auf der Gewinnerseite, arbeitet als Assistent des Anthropologen Lido Cipriani in Abessinien, dem heutigen Äthiopien. Durch wissenschaftlichen Rassismus belegt, wird ein Rassenmanifest erstellt : Schönheit als Erkennungsmerkmal der überlegenen Rasse. Italien kolonialisiert mit grausamen Methoden Ostafrika.
2010: Shimeta Ietmgeta Attilaprofeti, Flüchtling aus Äthiopien, kommt über Lampedusa nach Italien. Er findet Ilaria, die Tochter von Attilio Profeti in Rom. Shimeta sagt, er sei Ilarias Neffe, der Sohn ihres Halbbruders und Enkel von Attilio.  Attilio Profeti lebt,  ist dement und wird zwei Jahre später im Alter von 95 Jahren sterben.
Ilaria beginnt mit Nachforschungen und entdeckt die Geschichte ihrer Familie über drei Generationen, vor dem Hintergrund der Kolonialgeschichte Italiens in Ostafrika.


Vorgestellt von Susanne Hilgers

 

Beim LeseHerbst im Oktober 2018 wurden folgende Bücher vorgestellt:

"Und Marx stand still in Darwins Garten" von Ilona Jerger

Ilona Jerger stellt dem Leser zwei bedeutende Männer, beide mittlerweile anerkannt, beide an verschiedenen Krankheiten leidend und kurz vor ihrem Tod stehend, vor. Was treibt die beiden um? Wie werden sie mit ihrem Bruch mit der Religion fertig? Wie stehen sie zu ihren Familien? Diesen und ähnlichen Fragen geht Ilona Jerger in ihrem Buch nach.


Vorgestellt von Birgitt Peters-Lapsien

 

 


 

 

Beim LeseSommer im Juli 2018 wurden folgende Bücher vorgestellt:

"Max" von Markus Orths

Markus Orths schildert in seinem Buch „Max“ das 20. Jahrhundert in Deutschland mit seinen politischen Wirren und zwei Weltkriegen und wie dies Einfluss auf das Leben des Künstlers Max Ernst nimmt. Orths stellt dem Leser Max Ernsts Suche nach dem richtigen künstlerischen Weg vor, aber auch dessen Suche nach der bereichernden und tragenden Liebe.


Vorgestellt von Birgitt Peters-Lapsien

"Das Genie" von Klaus Cäsar Zehrer

William Sidis lebte von 1898 - 1944 in Amerika als Sohn berühmter und gebildeter Eltern. Als Forschungsprojekt seiner ehrgeizigen Eltern wird er zum Genie mit einem IQ von 250. Er liest mit 2 Jahren, hat mit 6 Jahren vier Bücher geschrieben und mit 8 Jahren einen High-School-Abschluss. Mit 14 Jahren legt er einen Eid ab nach seinen selbst aufgestellten 154 Lebensregeln zu handeln, die ihm ein glückliches Leben bescheren sollen. Durch Keuschheit, Gewaltsverzicht, Achtung der Menschenrechte und Bildung erhofft er sich das Glück, erfährt aber als Erwachsener den Widerspruch zwischen seinen idealen Wunschvorstellungen und den realen Möglichkeiten. William bricht mit seinen Eltern, seiner Umwelt, mit der Gesellschaft, eine Biographie voller Tragik und Komik.


Vorgestellt von Susanne Hilgers

Beim LeseFrühling im April 2018 wurden folgende Bücher vorgestellt:

"Bruno Chef de Police" von Martin Walker

Mitten im landschaftlich schönen Périgord, wo man zu leben und zu essen weiß, verunsichert ein Mord die Menschen. Ermordet wurde ein Algerier, der einst mit dem Croix de guerre ausgezeichnet wurde. Es werden rassistische Hintergründe vermutet. Der wirkliche Krimi spielte sich aber in der jüngsten französischen Geschichte ab. 

Vorgestellt von Birgitt Peters-Lapsien

"Ein Leben mehr" von Jocelyne Saucier

"Man ist frei, wenn man sich aussuchen kann, wie man lebt. Und wie man stirbt." Das Motto drei alter Männer, die in einer Einsiedelei, jeder in eigener Hütte, mitten im Wald leben: Charlie, 15 Jahre zuvor an akutem Nierenversagen erkrankt, seitdem ohne lebensnotwendige Dialysetherapie lebend. Tom, Alkoholiker, mit knapper Not der Sozialarbeiterin entkommen, die Gefallen an ihm gefunden hatte und ihn in einem Altenheim unterbringen wollte. Ted, der dritte im Bunde, ist zu Beginn des Romanes bereits verstorben. An Altersschwäche, wie Charlie und Tom versichern, denn jeder der drei Männer besitzt eine eigene Salzdose mit Strychnin. Finanziert und bewacht werden die alten Männer von Bruno und Steve, die mit der Welt abgeschlossen haben, das Verbotene und ihre Freiheit lieben. Eines Tages kommt Bruno mit seinem Auto zurück. Ein weißer Fleck hinter der Windschutzscheibe seines Wagens entpuppt sich als das Haar einer alten Frau, die zerbrechlich und mit winzigen Bewegungen aus dem Auto steigt. Es ist Brunos Tante, die einem fast lebenslangen Aufenthalt in der Psychiatrie entkommen ist, neue Papiere braucht und in der Einsiedelei mitten im Wald ebenfalls Unterschlupf finden wird. 

Vorgestellt von Susanne Hilgers

Beim LeseWinter im Januar 2018 wurden folgende Bücher vorgestellt:

"Geronimo" von Leon de Winter

Tom Johnson, ein EX - CIA – Mitglied, lässt den Leser teilhaben an seinem Leben. So erfahren wir über seine Zeit in Afghanistan, die ihm, aber auch einem afghanischen Mädchen, durch die Goldberg-Variationen von Bach erträglich gemacht wird. Wir erfahren  auch von dem merkwürdigen Befehl „Kill or capture“, den Johnsons ehemalige Kollegen so nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren können. Welche Möglichkeit des zivilen Ungehorsams haben sie? Könnten sie die Operation „Neptune Spear“, die Jagd auf Usama bin Laden in Eigenregie durchführen? Was wären die Konsequenzen?

Leon de Winters „Geronimo“ ist ein ungeheuer spannendes Buch, dass politische Machenschaften, persönliche Verantwortung, aber auch die Liebe zur Musik beleuchtet.

Vorgestellt von Birgitt Peters-Lapsien

"Ein Lied für die Geister" von Louise Erdrich

Landreaux Iron und seine Frau Emmaline, beide indianischer Abstammung, leben 1999 in North Dakota. Peter und Nola Ravich sind Nachbarn der Irons, außerdem sind Nola und Emmaline Halbschwestern.

Es passiert ein tragisches Unglück: Landreaux erschießt versehentlich den 5jährigen Sohn der Ravichs. Landreaux Schuldgefühle und Selbstzweifel sind erdrückend. Sein eigener jüngster Sohn LaRose trauert um seinen toten besten Freund und Spielkameraden. Die beiden Halbschwestern, die nie ein inniges Verhältnis hatten, entfernen sich weiter voneinander. Nola, die Mutter des getöteten Jungen, fällt in eine tiefe Depression und vernachlässigt ihre Tochter, was auch Folgen für das Mädchen hat. Die Irons erinnern sich an eine alte indianische Tradition der Sühne: sie überlassen ihren jüngsten Sohn LaRose der Familie des getöteten Dusty. LaRose beugt sich seinem Schicksal und merkt, dass er Trost bewirken kann. Die Familie Ravich schließt ihn in ihr Herz. Aber seine Eltern vermissen LaRose schmerzlich und wollen ihn zurückholen. Wer oder was kann aus diesem Konflikt herausführen? Kann Versöhnung geschehen?

Jede der Figuren dieses Romans ist mir beim Lesen ans Herz gewachsen: der schuldige Landreaux ebenso, wie die fast verfeindeten Halbschwestern Emmaline und Nola. Die Geschwister des getöteten Dusty und des geopferten LaRose rührten mich sehr. Der Autorin gelingt es ganz wunderbar, dem Leser die unterschiedlichen Persönlichkeiten nahezubringen und in ihrer Trauer, Wut und Auswegslosigkeit zu beschreiben. 

Als weiteren Erzählstrang nutzt die Autorin Rückblenden in die Vergangenheit aus der Zeit um das 19. Jahrhundert. Es sind Geschichten über indianische Vorfahren, verwandt mit den 1999 in North Dakota lebenden.  Sie erzählen von Geistern und Übersinnlichem. Das geschieht so eindrücklich, dass ich die Szenen noch bildhaft vor Augen habe und mir ein Gefühl für uralte indianische Tradition und Geschichte vermittelt hat.

Vorgestellt von Susanne Hilgers